Unfallbericht — Arbeitsunfall & Beinahe-Unfall
Strukturierte Erfassung von Arbeits- und Beinahe-Unfällen — Tathergang, Beteiligte, PSA-Status, Sofortmaßnahmen, DGUV-konformer Export für die BG-Anzeige.
- Dauer
- 20 Min.
- Frequenz
- anlassbezogen
- Umfang
- 5 Sektionen · 21 Fragen
- Schwere
- Kritisch
Das Problem
Der Unfall passiert um 14:30 Uhr, die DGUV-Anzeige wird zwei Wochen später aus Erinnerung geschrieben. Tathergang ungenau, Zeugen verschwommen, PSA-Status unklar — und genau das fragt die BG nach.
So löst HeyAudit das
HeyAudit erfasst den Vorfall direkt am Ort: Verletzter, Tathergang, Zeugen, PSA-Status, Foto vom Arbeitsplatz. DGUV-Anzeige wird automatisch vorausgefüllt, Sofortmaßnahmen werden vergeben, Folge-Audit am Bereich wird vorgeschlagen.
Was ist diese Vorlage?
Der Unfallbericht ist die strukturierte Erfassung eines Arbeits- oder Beinahe-Unfalls direkt nach dem Vorfall. Er deckt alle Pflichtangaben der DGUV-Unfallanzeige ab (Person, Tathergang, Zeugen, PSA-Status, Erstversorgung, Folgeschritte) und unterscheidet zwischen meldepflichtigen Vorfällen und intern erfassten Beinahe-Unfällen.
Warum ist sie wichtig?
Bei jedem Arbeitsunfall ab > 3 Tagen Ausfall verlangt SGB VII §193 die Anzeige an die zuständige BG binnen 3 Tagen. Ohne saubere, zeitnahe Dokumentation ist diese Frist nicht einzuhalten — und der Versicherungsanspruch der verletzten Person kann in Frage gestellt werden. Zugleich ist der Unfallbericht die Grundlage für jede Ursachenanalyse: ohne präzise Tatsachen keine wirksamen Folgemaßnahmen.
Risiken ohne Audit
Ohne strukturierten Vorfallprozess passieren vier Lücken: (1) Die Anzeigefrist von 3 Tagen wird gerissen, weil keiner weiß, wer was wann zu tun hat. (2) Tathergang wird tagelang aus der Erinnerung rekonstruiert — wichtige Details fehlen. (3) Beinahe-Unfälle werden gar nicht erfasst, also als Warnsignal verschenkt. (4) Foto-Beweise fehlen, weil der Arbeitsplatz aufgeräumt wurde, bevor jemand dokumentiert hat.
Typische Fehler
Häufige Fehler: Tathergang in wertenden Begriffen statt sachlich („war unaufmerksam“). PSA-Status wird nicht erfasst, obwohl er für die Haftungsfrage zentral ist. Zeugen werden vergessen — und sind später nicht mehr greifbar. Die Unterscheidung meldepflichtig / Beinahe-Unfall fehlt, also wird entweder zu viel oder zu wenig an die BG gemeldet. Und: Sofortmaßnahmen werden mündlich besprochen, aber nicht dokumentiert.
Branchen-Beispiele
Bau & Handwerk: typische Vorfälle sind Schnittverletzungen, Stürze von Leitern, Quetschungen, elektrische Vorfälle — Foto vom Werkzeug, PSA-Status, Wegenetz. Logistik: Staplerzwischenfälle, Lastenhandling, Ausrutschen auf Verkehrswegen. Produktion: Maschinenarbeit, Schnitt-/Quetschverletzungen an beweglichen Teilen. Lebensmittel/Gastgewerbe: Schnittverletzungen, Verbrennungen, Stürze. Gebäudemanagement: Stürze, Reinigungsmittel-Kontakt, elektrische Vorfälle.
Was wird geprüft?
5 Sektionen mit insgesamt 21 Prüfpunkten. Foto-Beleg, Notiz oder Sprachaufnahme pro Frage.
- 01
Verletzte Person & Erstversorgung
Wer wurde verletzt, wie schwer, wer hat erstversorgt? Wichtigste Block für die BG-Anzeige.
5 Prüfpunkte
- 02
Tathergang & Zeitpunkt
Wann, wo, wie — der Tathergang in eigenen Worten und mit Foto vom Unfallort.
4 Prüfpunkte
- 03
Zeugen & PSA-Status
Wer hat den Unfall gesehen, welche PSA trug die verletzte Person zum Zeitpunkt?
4 Prüfpunkte
- 04
Sofortmaßnahmen
Was wurde unmittelbar nach dem Vorfall getan, um eine Wiederholung zu verhindern?
4 Prüfpunkte
- 05
Bewertung & Folgeschritte
Meldepflicht prüfen, Ursache analysieren, Folge-Audit planen.
4 Prüfpunkte
Gesetzliche Bezüge
Strukturelle Referenzen — keine Rechtsberatung.
- SGB VII §193BMAS · Meldepflichtige Arbeitsunfälle binnen 3 Tagen
Pflicht zur Anzeige eines Arbeitsunfalls bei der zuständigen Berufsgenossenschaft, wenn die verletzte Person mehr als 3 Kalendertage arbeitsunfähig ist. Anzeige muss binnen 3 Tagen erfolgen.
- DGUV V1 §24DGUV · Form und Inhalt der Unfallanzeige
Regelt Form, Inhalt und Empfänger der Unfallanzeige — typischerweise per DGUV-Online-Formular oder PDF. Auch Beinahe-Unfälle ohne Personenschaden sollten erfasst werden, um Wiederholungsrisiken zu erkennen.
- ArbSchG §3BMAS · Maßnahmen treffen, Wirksamkeit prüfen, anpassen
Der Arbeitgeber muss erforderliche Maßnahmen zum Arbeitsschutz treffen und auf ihre Wirksamkeit prüfen. Praktische Konsequenz: keine einmalige Begehung, sondern wiederkehrende Audits mit dokumentierter Wirksamkeitskontrolle.
- ArbSchG §5BMAS · Tätigkeitsbezogene Gefährdungen ermitteln und bewerten
Pflicht zur dokumentierten Gefährdungsbeurteilung für jede Tätigkeit. Grundlage für die Auswahl von PSA, technischen Schutzmaßnahmen und Unterweisungsthemen. Muss bei wesentlichen Änderungen aktualisiert werden.
- DGUV V1DGUV · Grundregeln für Arbeitsschutz im Betrieb
Übergreifende Unfallverhütungsvorschrift aller gewerblichen Berufsgenossenschaften. Regelt u.a. die jährliche Unterweisung (§4), die Bereitstellung von PSA (§29–31) und die Pflichten von Versicherten (§15–18).
Vorteile digitaler Audits
Statt Papier-Vordruck + manueller Eintippen ins DGUV-Online-Formular + Foto-Mail kommt alles in einem Workflow. Die DGUV-Anzeige wird aus den HeyAudit-Daten automatisch befüllt — die verantwortliche Person muss nur prüfen und absenden. Die 3-Tage-Frist wird zur Routine statt zur Brandbekämpfung.
AI-Unterstützung
Der HeyAudit-Agent erkennt aus der Tathergangs-Beschreibung typische Risikomuster (z.B. „Sturz von Leiter“) und schlägt passende Folgeschritte vor — Folge-Audit Leiterprüfung, Unterweisungswiederholung, GBU-Aktualisierung. Bei wiederkehrenden Vorfällen am selben Arbeitsplatz wird der Bereich automatisch für eine Sonderbegehung priorisiert.
Mobile Nutzung
Der Bericht wird direkt am Unfallort auf dem Smartphone aufgenommen — Foto mit der Kamera, Tathergang per Sprach-Eingabe, Zeugen per Auswahl aus dem Mitarbeiterverzeichnis. Auto-Save jedem Eintrag, Offline-Sync wenn der Bereich kein Netz hat. Die Doku ist damit binnen 15–20 Minuten vollständig — nicht in zwei Wochen.
Häufige Fragen
Wann muss ein Arbeitsunfall der Berufsgenossenschaft gemeldet werden?
Nach SGB VII §193 immer dann, wenn die verletzte Person mehr als 3 Kalendertage arbeitsunfähig ist. Die Meldung muss binnen 3 Tagen nach Bekanntwerden der Arbeitsunfähigkeit erfolgen. Tödliche Unfälle und Massenunfälle sind sofort zu melden — telefonisch und schriftlich.
Wer ist intern verantwortlich für die Unfallanzeige an die BG?
Der Unternehmer bzw. die Geschäftsführung — die Aufgabe ist häufig an Sifa, Personalabteilung oder Sicherheitsbeauftragten delegiert. Die Anzeigefrist von 3 Tagen gilt für die Organisation, nicht für die delegierte Person. Eine schriftliche Aufgabenübertragung dokumentiert die Verantwortung.
Müssen auch Beinahe-Unfälle gemeldet werden?
Gesetzlich an die BG: nein — nur meldepflichtige Verletzungen. Aber: jeder Beinahe-Unfall ist ein Warnsignal. DGUV V1 §24 empfiehlt die interne Erfassung. Statistisch kommen auf einen schweren Unfall ~30 Beinahe-Unfälle — wer die erfasst und analysiert, verhindert den schweren.
Was passiert, wenn die Unfallanzeige unvollständig oder zu spät kommt?
Die BG kann nachfragen, was die Bearbeitung verzögert. Im schlimmsten Fall droht die Leistungsverweigerung für die verletzte Person, wenn der Zusammenhang Arbeit ↔ Unfall nicht mehr nachweisbar ist. Und: Verstöße gegen die Anzeigepflicht können nach §209 SGB VII als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.
Wie lange muss der Unfallbericht aufbewahrt werden?
Die DGUV empfiehlt mindestens 5 Jahre. Bei Verdacht auf eine Berufskrankheit oder Spätfolge entsprechend länger — manche Berufskrankheiten zeigen sich erst nach 20+ Jahren. Praxis: solange das Arbeitsverhältnis besteht plus 5 Jahre nach Austritt.
Wie hilft die Foto-Dokumentation, wenn der Unfall vor Gericht landet?
Ein Foto vom Unfallort kurz nach dem Vorfall ist oft das stärkste Beweismittel — Position der Person, Zustand der Maschine, beteiligte Werkzeuge. HeyAudit speichert Foto + Datum + GPS (wenn aktiv) DSGVO-konform und mit Hash gegen Manipulation. Vor Gericht zählt das mehr als jede schriftliche Aussage.
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