Absturzsicherung Kontrolle — TOP-Hierarchie
Auswahlhierarchie Technisch → Organisatorisch → Personenbezogen — Geländer, Netze, PSAgA, Anschlagpunkte und Rettungskonzept.
- Dauer
- 25 Min.
- Frequenz
- anlassbezogen
- Umfang
- 6 Sektionen · 19 Fragen
- Schwere
- Kritisch
Das Problem
PSAgA wird statt Geländer verwendet, weil das schneller geht. Aber PSAgA ist die letzte Schutzebene, nicht die erste — und ohne Rettungskonzept ist sie nach einem Sturz lebensgefährlich.
So löst HeyAudit das
HeyAudit führt durch die TOP-Auswahlhierarchie pro Arbeitsplatz — kollektive Sicherung zuerst, PSAgA nur mit dokumentierter Begründung. Pflichtelemente wie Rettungskonzept und Anschlagpunkt-Doku sind eingebaut.
Was ist diese Vorlage?
Die Absturzsicherungs-Kontrolle ist die anlassbezogene Prüfung jeder absturzgefährdeten Tätigkeit — vom Dacheinsatz über Deckenöffnungen bis zur Höhenarbeit am Mast. Sie führt durch die TOP-Auswahlhierarchie (Technisch → Organisatorisch → Personenbezogen), prüft die gewählte Lösung und stellt sicher, dass das Rettungskonzept funktioniert.
Warum ist sie wichtig?
Absturz ist die häufigste schwere Unfallursache auf deutschen Baustellen. TRBS 2121 verlangt die strenge Auswahlhierarchie — kollektive Sicherung zuerst, PSAgA nur als letzte Option mit dokumentierter Begründung. Bei einem Sturz wird die Auswahlbegründung geprüft — falsche Wahl = Organisationsverschulden.
Risiken ohne Audit
Vier typische Lücken: (1) PSAgA wird gewählt, obwohl Geländer möglich gewesen wären — falsche TOP-Auswahl. (2) Anschlagpunkt ist statisch nicht nachgewiesen — Tragfähigkeit unklar. (3) Rettungskonzept fehlt — Hängetrauma-Gefahr. (4) PSAgA-Sets sind über der 12-Monats-Prüfung. Jede einzelne Lücke kann tödlich enden.
Typische Fehler
Häufige Fehler: TOP-Auswahl wird nicht dokumentiert — die Entscheidung kann später nicht nachvollzogen werden. Anschlagpunkte werden „nach Gefühl“ gewählt. PSAgA-Einweisung wird mündlich gemacht, ohne praktische Übung. Rettungskonzept beschränkt sich auf „Notruf 112“ — was bei 20 Min Reaktionszeit zu lang ist.
Branchen-Beispiele
Dachdecker: Schutzgerüst Klasse C oder Bodenfangnetze + PSAgA mit Laufseil. Industriemontage: Anschlagpunkte am Stahlbau, PSAgA mit Fallsdämpfer. Fassadenarbeit: Standard-Fassadengerüst mit Geländer. Maler/Verputzer: Fahrgerüste, häufig provisorische Anschlagpunkte. Gebäudemanagement: Dachzugang für Wartung — typisch PSAgA mit Seilführung.
Was wird geprüft?
6 Sektionen mit insgesamt 19 Prüfpunkten. Foto-Beleg, Notiz oder Sprachaufnahme pro Frage.
- 01
Auswahlhierarchie (TOP)
Technisch vor Organisatorisch vor Personenbezogen — die korrekte Auswahl pro Arbeitsbereich.
3 Prüfpunkte
- 02
Kollektive Sicherung
Geländer, Knieleiste, Fußleiste, Bodenfangnetze — DIN EN 13374-konform.
3 Prüfpunkte
- 03
PSA gegen Absturz (PSAgA)
Auffanggurt, Verbindungsmittel, Falldämpfer — wenn kollektive Sicherung nicht möglich.
4 Prüfpunkte
- 04
Verankerungspunkte
Anschlagpunkt-Auswahl, Tragfähigkeit, Doku.
3 Prüfpunkte
- 05
Rettungskonzept
Wer rettet, wie schnell, mit welchem Gerät — PSAgA ohne Rettungskonzept ist tödlich.
3 Prüfpunkte
- 06
Doku & Freigabe
Freigabe der Höhenarbeit, Mängel-Workflow.
3 Prüfpunkte
Gesetzliche Bezüge
Strukturelle Referenzen — keine Rechtsberatung.
- ArbSchG §5BMAS · Tätigkeitsbezogene Gefährdungen ermitteln und bewerten
Pflicht zur dokumentierten Gefährdungsbeurteilung für jede Tätigkeit. Grundlage für die Auswahl von PSA, technischen Schutzmaßnahmen und Unterweisungsthemen. Muss bei wesentlichen Änderungen aktualisiert werden.
- TRBS 2121BAuA · Maßnahmen gegen Absturz und Sturz von hochgelegenen Arbeitsplätzen
Konkretisiert die BetrSichV für Arbeiten in der Höhe — Auswahlhierarchie von Schutzmaßnahmen (kollektive vor individueller Sicherung), Vorgaben für Gerüste, Hubarbeitsbühnen, Leitern.
- DIN EN 365DIN · Mindestens jährliche Sachkundigen-Prüfung
Schreibt die Sachkundigen-Prüfung von Auffanggurten, Verbindungsmitteln und Falldämpfern mindestens alle 12 Monate vor. Prüfprotokoll und Prüfaufkleber sind verpflichtend.
- DIN EN 13374DIN · Geländer, Bodenfangnetze, Schutzsysteme gegen Absturz
Norm für temporäre Schutzsysteme an Gerüsten, Dächern und Deckenöffnungen. Definiert Klassen A/B/C nach Neigung und dynamischer Belastbarkeit. Grundlage für die Gerüstprüfung.
- DGUV V38DGUV · Übergreifende Unfallverhütungsvorschrift für Bauarbeiten
Regelt die zentralen Sicherheitsanforderungen für Bauarbeiten — Absturzsicherung ab 1 m freier Fall, Gerüste, Verkehrswege, Beleuchtung, Schutzausrüstung. Pflicht für alle gewerblichen Baubetriebe.
- PSA-BVBMAS · Auswahl, Bereitstellung und Benutzung von PSA
Verpflichtet den Arbeitgeber, PSA bereitzustellen, deren Eignung zu prüfen und Beschäftigte zu unterweisen. Verweist auf die EU-PSA-Verordnung 2016/425 für die CE-Kennzeichnung der PSA-Produkte selbst.
Vorteile digitaler Audits
Statt Papier-Doku + lose Sachkunden-Prüfberichte läuft die Kontrolle in ~25 Min mobil ab. Foto-Beleg jeder Anschlagpunkt-Markierung, PSAgA-Prüfdatum aus Inventar abgerufen. Rettungskonzept liegt als Dokument-Anhang am Audit — kein Suchen mehr.
AI-Unterstützung
Der HeyAudit-Agent erkennt aus der Tätigkeitsbeschreibung typische Lücken (z.B. „Dacheinsatz ohne Bodenfangnetz“ → automatisch Hinweis auf TRBS-2121-Pflicht). Bei Pendel-Risiko (Anschlagpunkt zu tief, zu weit seitlich) wird die Auswahl angefochten.
Mobile Nutzung
Die Kontrolle läuft am Smartphone — auf dem Dach, am Gerüst, im Innenausbau. Foto-Beleg, Sprachnotiz für Detail-Hinweise, Auto-Save nach jeder Antwort. Offline-Sync für entlegene Baustellen. Bei kritischen Befunden Push an die Bauleitung und die SiFa.
Häufige Fragen
Ab welcher Höhe ist eine Absturzsicherung Pflicht?
Nach DGUV V38 grundsätzlich ab 1 m freie Fallhöhe — bei Gewässern, Behältern und ähnlich gefährlichen Stoffen schon ab 0 m. Bei Arbeiten auf Dächern (Neigung ≥ 20°) und an Absturzkanten (Treppen, Deckenränder) gelten verschärfte Regeln. Die TOP-Hierarchie ist immer anzuwenden.
Was ist Hängetrauma und warum ist es so gefährlich?
Beim Hängen in einem Auffanggurt (etwa nach Auffang-Sturz) sammelt sich Blut in den Beinen — nach 10–20 Min Bewusstlosigkeit, dann Lebensgefahr. Deshalb verlangt jede PSAgA-Anwendung ein Rettungskonzept, das die Rettung binnen 20 Min sicherstellt. Ohne Rettungskonzept ist PSAgA-Einsatz formal nicht zulässig.
Wann darf PSAgA statt kollektiver Sicherung gewählt werden?
Nur, wenn kollektive Sicherung technisch nicht umsetzbar ist oder im konkreten Fall unverhältnismäßig wäre — z.B. bei kurzen Reparaturarbeiten an einem schwer zugänglichen Punkt. Die Entscheidung muss in der GBU dokumentiert sein. Reine Bequemlichkeit ist keine zulässige Begründung.
Wer prüft Anschlagpunkte und mit welcher Frequenz?
Permanente Anschlagpunkte werden vom Errichter nachgewiesen (Statik) und mindestens jährlich durch befähigte Person geprüft. Provisorische Anschlagpunkte (z.B. Stahlträger, Sparren) bewertet eine befähigte Person vor Einsatz. Wichtig: nicht jeder Stahlträger ist tragfähig — Tragfähigkeit ≥ 22 kN ist üblicher Wert für PSAgA.
Welche Auswahlfehler werden bei PSAgA am häufigsten gemacht?
Top drei: (1) Falsches Verbindungsmittel — z.B. Seil ohne Falldämpfer für Höhenarbeit, was die Auffangenergie nicht absorbiert. (2) Anschlagpunkt unter Traghöhe — Fallsabstand reicht nicht. (3) Pendelbewegung wird ignoriert — der Stürzende schlägt seitlich an. HeyAudit prüft alle drei systematisch.
Ist die jährliche PSAgA-Prüfung Pflicht oder Empfehlung?
Pflicht. DIN EN 365 verlangt mindestens 12-monatige Sachkundigen-Prüfung. Außerdem Sichtprüfung vor jeder Benutzung durch den Nutzer. Auffanggurte oder Verbindungsmittel ohne aktuelle Prüfung sind nicht einsatztauglich — formal und faktisch.
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Wöchentliche strukturelle Begehung mit SiFa, SiGeKo oder Bauleitung — Absturz, Elektrik, Materiallagerung, Werkzeug, PSA. Mit Maßnahmenworkflow.
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