Vorlage · HACCP & Food Safety

Allergen­management — LMIV-Checkliste

14 LMIV-Pflicht­allergene deklarieren, Cross-Contact vermeiden, Mitarbeiter schulen, Gast-Anfragen sicher beantworten.

Dauer
30 Min.
Frequenz
quartalsweise
Umfang
6 Sektionen · 21 Fragen
Schwere
Kritisch

Das Problem

Ein Gast fragt im Service nach Erdnuss­spuren in der Pasta. Der Kellner ruft in die Küche, dort zuckt jemand mit den Achseln, der Gast bekommt „enthält wahrscheinlich keine“ — und im Notfall ist der Betrieb haftbar.

So löst HeyAudit das

HeyAudit baut die Allergen-Matrix Speisekarten-genau auf, der Service kann pro Gericht in 5 Sekunden eine verlässliche Auskunft geben, Cross-Contact-Vermeidung ist im Reinigungs- und Verarbeitungs-Workflow verankert.

Was ist diese Vorlage?

Das Allergen-Management ist die quartals­weise Verifizierung des LMIV-Pflicht­systems — Deklaration der 14 Pflicht-Allergene, Cross-Contact-Vermeidung in der Küche, Mitarbeiter­schulung und Gast-Kommunikation. Es kombiniert die operative Praxis (was passiert beim Kochen) mit der system­ischen Doku (Allergen-Matrix, Schulungs­nachweise).

Warum ist sie wichtig?

Allergische Reaktionen können tödlich verlaufen — und die LMIV (VO 1169/2011) macht den Betrieb verantwortlich für vollständige Information. Eine fehlerhafte Allergen-Auskunft kann zur direkten Haftungs­frage werden — straf­rechtlich bei vorsätzlicher Falsch­auskunft, zivil­rechtlich bei Fahrlässigkeit. Eine dokumentierte Allergen-Matrix ist die wichtigste Verteidigung.

Risiken ohne Audit

Vier typische Lücken: (1) Allergen-Matrix existiert auf Papier, wird aber nicht bei Karten-Änderungen aktualisiert. (2) Service-Mitarbeitende wissen nicht, wo sie die Matrix finden — und improvisieren bei Anfragen. (3) Cross-Contact in der Küche wird nicht systematisch vermieden (gemeinsame Pfanne, gemeinsame Fritteuse). (4) Schulungs­stand der Mitarbeitenden ist unklar — bei Personal­wechsel gibt es keinen verlässlichen Wissens­stand.

Typische Fehler

Häufige Fehler: „Kann Spuren enthalten“-Hinweis wird auf alles geklatscht, um auf der sicheren Seite zu sein — das untergräbt aber die echte Aussage. Allergen-Matrix wird vom Lieferanten ungeprüft übernommen, ohne eigene Cross-Contact-Bewertung. Service-Mitarbeitende geben Auskunft „aus dem Gedächtnis“ statt in der Matrix nach­zusehen. Aushilfen werden ohne Allergen-Brief­ing eingesetzt.

Branchen-Beispiele

Restaurant à la carte: Karten-genau Allergen-Matrix nötig, häufig Cross-Contact-Risiko bei Fritteuse und Pfanne. Bistro/Café: kleine Karte, dafür viele Allergene durch Backwaren — Nuss/Sesam-Risiko. Hotel: Frühstücks-Buffet ist Allergen-Spielwiese — Schilder pro Schüssel sind Pflicht. Catering: vorgekochte Speisen mit voller Liste — Cross-Contact in der Großküche kritisch. Bäckerei: Allergen-Dichte extrem (Mehl, Eier, Milch, Nüsse, Sesam) — Doku ist ein eigener Vollzeit­job.

Was wird geprüft?

6 Sektionen mit insgesamt 21 Prüfpunkten. Foto-Beleg, Notiz oder Sprachaufnahme pro Frage.

  1. 01

    14 Pflicht-Allergene & Deklaration

    Glutenhaltige Getreide, Krebstiere, Eier, Fisch, Erdnüsse, Soja, Milch, Schalen­früchte, Sellerie, Senf, Sesam, Schwefel­dioxid, Lupine, Weich­tiere.

    4 Prüfpunkte

  2. 02

    Trennung von Rohstoffen & Geräten

    Lagerung und Verarbeitung von Allergen-haltigen Rohstoffen separat.

    4 Prüfpunkte

  3. 03

    Mitarbeiter­schulung & Wissen

    Wer Allergen-Auskunft gibt, muss die Allergen-Matrix kennen.

    4 Prüfpunkte

  4. 04

    Kommunikation mit Gast

    Klarer Prozess, wie der Gast verlässliche Auskunft erhält.

    3 Prüfpunkte

  5. 05

    Cross-Contact-Vermeidung in der Küche

    Während der Verarbeitung — Schneidebretter, Pfannen, Hände, Frittieröl.

    3 Prüfpunkte

  6. 06

    Doku & Verifizierung

    Allergen-Matrix-Aktualität, Schulungs­nachweise, Stich­proben.

    3 Prüfpunkte

Gesetzliche Bezüge

Strukturelle Referenzen — keine Rechtsberatung.

Vorteile digitaler Audits

Statt Excel-Allergen-Matrix + Aushang + Service-Manual läuft alles in einem System. Die Allergen-Matrix ist pro Gericht in 5 Sekunden auf dem Service-Smartphone abrufbar. Karten-Änderungen aktualisieren die Matrix automatisch über die Zutaten-Verknüpfung. Schulungs­stand pro Mitarbeitendem ist sofort sichtbar.

AI-Unterstützung

Der HeyAudit-Agent baut die Allergen-Matrix aus den Lieferanten-Datenblättern und den Rezepturen — bei neuen Gerichten wird die Matrix vorgeschlagen, der Küchen­chef korrigiert nur. Cross-Contact-Risiken werden aus den Zutaten erkannt und als Warnung markiert (z.B. „Glutenfreies Brot in Frittier­öl mit Brot­panade — Cross-Contact-Risiko hoch“).

Mobile Nutzung

Service-Mitarbeitende öffnen am Smartphone die Allergen-Matrix pro Gericht — bei Gast-Anfrage in 5 Sekunden verlässliche Auskunft. Küchen­chef kann Cross-Contact-Hinweise direkt in der Matrix ergänzen. Auto-Save nach jeder Änderung, Offline-Sync für Stoß­zeiten mit instabilem WLAN.

Häufige Fragen

Welche 14 Allergene müssen deklariert werden?

Nach LMIV Anhang II: glutenhaltige Getreide (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut) · Krebstiere · Eier · Fisch · Erdnüsse · Soja · Milch · Schalen­früchte (Mandel, Hasel­nuss, Walnuss, Cashew, Pekan, Para­nuss, Pistazie, Macadamia) · Sellerie · Senf · Sesam · Schwefel­dioxid und Sulfite (>10 mg/kg) · Lupine · Weich­tiere. Plus jeweils daraus hergestellte Erzeugnisse.

Müssen Allergene auch in der Gastronomie deklariert werden?

Ja, seit Dezember 2014. Bei loser Ware (also nicht vorverpackt) kann die Information schriftlich (Karte, Aushang) oder auf Nachfrage mündlich erfolgen — aber sie muss in beiden Fällen voll­ständig und verlässlich sein. „Wir wissen es nicht“ ist keine zulässige Antwort.

Was ist Cross-Contact und wie wird er vermieden?

Cross-Contact bedeutet ungewollten Allergen-Übertrag — z.B. wenn glutenhaltige Pasta in derselben Pfanne wie eine glutenfreie zubereitet wird. Vermeidung: separate Werk­zeuge, gründliches Reinigen zwischen Arbeitsschritten, getrennte Fritteusen, eigene Anrichte­bereich für kritische Allergie-Gäste. Cross-Contact ist medizinisch oft genauso problematisch wie direkte Zutat.

Was tun, wenn der Gast einen Allergen-Vorfall meldet?

(1) Notruf, wenn anaphylaktische Reaktion — Adrenalin-Spritze (EpiPen), Notarzt. (2) Sofort­doku des Vorfalls: was wurde gegessen, was wurde dem Gast als Allergen-frei kommuniziert. (3) Charge der beteiligten Produkte sichern. (4) Behörde informieren bei melde­pflichtigem Verdacht. (5) Versicherung informieren. HeyAudit hat dafür einen Vorfall-Workflow im Modul „Food Safety Incident Report“.

Wie aktualisiere ich die Allergen-Matrix bei Karten-Wechsel?

Beim Karten-Wechsel werden neue Gerichte in HeyAudit angelegt — die Zutaten kommen aus den Lieferanten-Daten, der Agent ergänzt die Allergen-Markierung automatisch. Der Küchen­chef prüft, ergänzt manuelle Cross-Contact-Hinweise, dann ist die Matrix sofort verfügbar. Ohne Karten-Wechsel-Workflow gibt es Lücken — und Lücken werden zu Haftungs­fragen.

Reicht ein QR-Code mit Allergen-Liste, oder muss der Service auch persönlich informieren?

QR-Code ist nach LMIV als schriftliche Auskunft zulässig — sofern der Gast darauf hingewiesen wird und der Inhalt aktuell ist. Bei kritischer Allergie (Schock-Risiko) ist eine zusätzliche persönliche Bestätigung Best Practice — und im Schadens­fall der entscheidende Beweis für die Sorgfalts­pflicht des Betriebs.

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